Die art but fair-Selbstverpflichtung

=========================================================
Hinweis: Die Arbeitsgruppe „Goldene Regeln“ hat unter Federführung von Daniel Ris
im Oktober/November 2013 eine neue Version der „Goldenen Regeln“ erarbeitet.
Wir haben sie in „Die art but fair-Selbstverpflichtung“ umbenannt.

Die Gründe: durch Maximilian Norz haben wir viel über Selbstverpflichtungen gelernt
– und ihre praktische Umsetzung in anderen Branchen. Dabei ist uns klar geworden,
dass die „Verleihung“ des art but fair-Siegels uns vor eine unlösbare Aufgabe stellen könnte:

administrativ, logistisch und auch in der Überwachung und Überprüfung ist das
von uns höchstwahrscheinlich nicht zu leisten. Außerdem ist der Effekt nicht sinnvoll.
Denn es geht uns ja darum, dass bei den Kollegen ein echtes Umdenken stattfindet,
einen eigenen moralischen Kodex für sich zu entwickeln.

Dabei wollen wir mit den Goldenen Regeln helfen
– aber nicht strafen und keine Schuldgefühle auslösen.

Eine eigene moralische Haltung zur beruflichen Tätigkeit ist ein ständig währender Prozess, der sich immer weiter entwickelt. Daher wollten wir ZIELE beschreiben, hinter die man sich stellen kann, auch wenn man selbst noch nicht in der Lage ist, sie sofort zu erreichen. Mit dem Jahresbericht wollen wir diesen Prozess unterstützen. Dadurch wird die Haltung des/der Einzelnen öffentlich, da wir die Jahresberichte veröffentlichen.

Die “Goldenen Regeln” bzw. die „art but fair-Selbstverpflichtung“ sind derzeit im Entstehungs- und Diskussionsprozess (Stand: 03. Dezember 2013). Wenn Sie sich an der Gestaltung und Formulierung beteiligen wollen, laden wir Sie herzlich in unser Forum ein.

==============================================================================================

Die art-but-fair-Verpflichtung

Kunst und Kultur sind von grundlegender Bedeutung für ein erfüllendes gemeinschaftliches Leben. Deshalb haben die meisten Nationen die Freiheit der Kunst als Grundrecht in ihre Verfassungen aufgenommen und die Pflege und Förderung der Kunst als politischen Auftrag formuliert. In Deutschland wird Kunst und Kultur zu einem großen Teil mit Steuergeldern finanziert.

Einer kritischen Überprüfung der gesellschaftlichen Aufgabe hält unser gegenwärtiger Kunst- und Kulturbetrieb jedoch in oft nicht stand. Statt die Kunst vor den Gesetzen des Marktes zu schützen, wird sie eben diesen immer stärker ausgesetzt. Die Kulturbetriebe geben den wirtschaftlichen Druck an die Kulturschaffenden weiter. Besonders die solistisch arbeitenden Künstler sind davon betroffen und geraten so in immer prekärere Lebensumstände.

Andererseits werden zunehmend auch moralische Missstände im Theater-, Festival- und Konzertbetrieb auffällig und öffentlich thematisiert. Die auf der Bühne oft vehement eingeforderten Grundwerte der Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Verantwortung und Demokratie werden in den Betrieben bei weitem nicht ausreichend gelebt und umgesetzt. Die Glaubwürdigkeit staatlich geförderter Kultur steht auf dem Spiel. Es muss ein Prozess der Auseinandersetzung mit den Werthaltungen in unseren Kulturinstituten begonnen werden.

Um beiden Problemfeldern im Miteinander aller am Kunst- und Kulturbetrieb Beteiligten zu begegnen, ist der folgende Entwurf der „art-but-fair-Verpflichtungen“ entstanden. Sie soll in einem längerfristigen Prozess auf ein würdevolleres Arbeiten in der Darstellenden Kunst und der Musik hinwirken. Die „art-but-fair-Verpflichtung“ versteht sich als Selbstverpflichtung und ist konkreter Ausdruck der Eigenverantwortung von Personen oder Institutionen. Wir wenden uns mit der folgenden Diskussionsgrundlage sowohl an die Kunstschaffenden selbst als auch an Theaterleitende und Produzenten sowie an die Verantwortlichen in Kulturpolitik und Verwaltung. Die endgültige Formulierung der Verpflichtung soll in einem breiten Diskussionsprozess mit allen Beteiligten erarbeitet werden.

Als Ausdruck und Symbol der Selbstverpflichtung tragen die Unterzeichnenden das „art but fair“ Siegel und werden als solche im Internet veröffentlicht. Sie verpflichten sich jährliche Fortschrittsberichte zu verfassen und diese an „art but fair“ zu senden. Bei der praktischen Umsetzung der formulierten Ziele sowie beim Verfassen des Berichtes bietet „art but fair“ Hilfe an. Die Berichte werden veröffentlicht. Bleibt ein Jahresbericht aus, werden die Unterzeichnenden kontaktiert und zur Abgabe des Berichts aufgefordert. Der Status des Unterzeichnenden wird mit der Bezeichnung „keine Fortschritte“ versehen. Bleibt der Bericht ein weiteres Jahr aus, entzieht „art but fair“ das Siegel und veröffentlicht den Vorfall. Auch im Fall von groben Verstößen gegen die Prinzipien der Verpflichtung behält sich „art but fair“ vor das Siegel mit sofortiger Wirkung zu entziehen und den Vorgang ebenfalls zu veröffentlichen.

I. Die art-but-fair-Verpflichtung für KUNSTSCHAFFENDE

Ich verpflichte mich, in meinen beruflichen Leben die folgenden Prinzipien nach meiner Fähigkeit in die Tat umzusetzen:

Ich werde mich dafür einsetzen, dass in den Arbeitsverhältnissen alle gesetzlichen Grundlagen eingehalten werden.

Ich achte dabei insbesondere die Menschenrechte, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, sowie das geltende Arbeits- und Tarifrecht.

Ich werde nur in Arbeitsverhältnissen mit einer angemessenen Gage arbeiten, es sei denn es liegen einzigartige künstlerische, freundschaftliche oder wohltätige Gründe vor. Ich werde nicht an Proben oder Aufführungen ohne vorherigen Abschluss eines schriftlichen Vertrages teilnehmen.

Ich werde mich für einen höflichen, respektvollen und solidarischen Umgang aller Mitarbeitenden einsetzen und ein Klima gegenseitiger Wertschätzung und Achtung fördern. Dies schließt den Schutz von Minderheiten und die Wahrung von Chancengleichheit und Gleichbehandlung ein. Insbesondere werde ich entschlossen gegen sexuelle Übergriffe und gegen jede Form von Ausbeutung, Mobbing und Willkür vorgehen. Fürsorglichkeit, soziale Verantwortung, Transparenz und Loyalität sollen wesentliche Merkmale des angestrebten Miteinanders sein.

Ich werde mich aktiv gegen unlautere Vorteilsnahme und Vorteilsgabe bei der Stellen- und Auftragsvergabe einsetzen.

II. Die art-but-fair-Verpflichtung für THEATERLEITENDE und PRODUZIERENDE

Ich verpflichte mich, in meinen beruflichen Leben die folgenden Prinzipien nach meiner Fähigkeit in die Tat umzusetzen:

Ich werde mich dafür einsetzen, dass sowohl für Proben, als auch für Auftritte angemessene Vergütungen und Spesen gezahlt werden. Ich fördere aktiv die Schaffung und Einhaltung von Mindest- und Richtgagen bei öffentlich geförderten Kulturproduktionen.

Ich werde mich in meinem Einflussbereich für einen höflichen, respektvollen und solidarischen Umgang aller Mitarbeitenden einsetzen und ein Klima gegenseitiger Wertschätzung und Achtung fördern. Dies schließt den Schutz von Minderheiten und die Wahrung von Chancengleichheit und Gleichbehandlung ein. Insbesondere werde ich entschlossen gegen sexuelle Übergriffe und gegen jede Form von Ausbeutung, Mobbing und Willkür vorgehen. Fürsorglichkeit, soziale Verantwortung, Transparenz und Loyalität sollen wesentliche Merkmale der angestrebten Unternehmenskultur sein.

Ich werde mich dafür einsetzen, dass allen Mitarbeitenden das Recht auf kritische Loyalität und sanktionsfreie Meinungsäußerung gewährt wird. Sie haben das Recht und die Pflicht ethisch fragwürdiges Verhalten anzuzeigen. Ich fördere ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld und lege besondere Aufmerksamkeit auf das künstlerische Kapital aller Beteiligten, deren Gesundheit für Körper, Geist und Seele. Dazu gehört auch die Sorge für angemessene Probe-, Aufführungs- und Unterkunftsbedingungen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Recht der Mitarbeitenden auf sinnvolle Arbeitsinhalte und auf Partizipation an Entscheidungen, welche die eigenen Arbeitsinhalte betreffen gewahrt wird.

Ich werde mich dafür einsetzen auch mit Bewerberinnen und Bewerbern einen respektvollen Umgang zu pflegen. Gegen unlautere Vorteilsnahme und Vorteilsgabe bei der Stellen- und Auftragsvergabe werde ich mich aktiv einsetzen.

III. Die art-but-fair-Verpflichtung für VERANTWORTLICHE in KULTURPOLITIK und VERWALTUNG

Ich verpflichte mich, in meinen beruflichen Leben die folgenden Prinzipien nach meiner Fähigkeit in die Tat umzusetzen:

Ich werde mich für den Schutz und die Förderung von Kunst und Kultur als Staatsziel meines Landes einsetzen. Ich verpflichte mich, innerhalb meines Wirkungskreises die Bedingungen für die Entfaltung von Kunst und Kultur zu verbessern und weiterzuentwickeln. Hierfür unterstütze ich kulturpolitische Konzepte zur Ausgestaltung des öffentlichen Kulturauftrags. Den Diskurs über die Werthaltungen im öffentlich geförderten Kulturbetrieb werde ich aktiv gestalten und befördern.

Ich werde mich dafür einsetzen dem zunehmenden Kommerzialisierungsdruck entgegenzuwirken und die Arbeitsbedingungen der Kunstschaffenden zu verbessern.

Ich werde mich dafür einsetzen, dass öffentliche Fördergelder nur für Projekte bereitgestellt werden bei denen angemessene Gagen bezahlt werden. Ich fördere aktiv die Schaffung und Einhaltung von Mindest- und Richtgagen bei öffentlich geförderten Kulturproduktionen.

In meinem Einflussbereich werde ich mich aktiv für einen höflichen, respektvollen und solidarischen Umgang aller Mitarbeitenden einsetzen und ein Klima gegenseitiger Wertschätzung und Achtung fördern. Dies schließt den Schutz von Minderheiten und die Wahrung von Chancengleichheit und Gleichbehandlung ein. Insbesondere werde ich entschlossen gegen sexuelle Übergriffe und gegen jede Form von Ausbeutung, Mobbing und Willkür vorgehen. Fürsorglichkeit, soziale Verantwortung, Transparenz und Loyalität sollen wesentliche Merkmale der angestrebten Unternehmenskultur sein.

Gegen unlautere Vorteilsnahme und Vorteilsgabe bei der Stellen- und Auftragsvergabe werde ich mich in meinem Einflussbereich aktiv einsetzen.

IV. Die art-but-fair-Verpflichtung für VERANTWORTLICHE an Hochschulen, Akademien und Schulen

Ich verpflichte mich, in meinen beruflichen Leben die folgenden Prinzipien nach meiner Fähigkeit in die Tat umzusetzen:

Ich möchte in umfassender Weise Verantwortung für die von mir Auszubildenden übernehmen. Dies schließt ein, dass ausschließlich Bewerber aufgenommen werden können, die eine außerordentliche künstlerische Begabung mitbringen und somit später eine reelle Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Ich sorge nach bestem Wissen und Gewissen für die umfassende künstlerische Ausbildung. Kurse, Klassen oder Jahrgänge sollen nur in pädagogisch vertretbarer Größe zusammengestellt werden. Ferner setze ich mich dafür ein, das Curriculum um die Vermittlung von Grundlagen der beruflichen Realität wie Arbeits- und Vertragsrecht, Kommunikation und Selbstmanagement zu erweitern. Ich fördere ein sicheres und gesundes Studienumfeld und sorge mich mit besonderer Aufmerksamkeit um das künstlerische Kapital aller Studierenden sowie deren Gesundheit für Körper, Geist und Seele.

Ich werde mich in meinem Einflussbereich für einen höflichen, respektvollen und solidarischen Umgang mit Studierenden und Kollegen einsetzen und ein Klima gegenseitiger Wertschätzung und Achtung fördern. Dies schließt den Schutz von Minderheiten und die Wahrung von Chancengleichheit und Gleichbehandlung ein. Insbesondere werde ich entschlossen gegen sexuelle Übergriffe, Mobbing und Willkür vorgehen. Fürsorglichkeit, soziale Verantwortung, Transparenz und Loyalität sollen wesentliche Merkmale des angestrebten Miteinanders sein.

Ich werde mich dafür einsetzen auch mit Bewerberinnen und Bewerbern einen respektvollen Umgang zu pflegen. Gegen unlautere Vorteilsnahme und Vorteilsgabe bei der Studienplatz- und Stellenvergabe werde ich mich aktiv einsetzen.

V. Die art-but-fair-Verpflichtung für AGENTUREN, MANAGER & KÜNSTLERVERMITTLUNGEN

Ich verpflichte mich, in meinen beruflichen Leben die folgenden Prinzipien nach meiner Fähigkeit in die Tat umzusetzen:

Ich möchte in umfassender Weise Verantwortung für die von mir vertretenen Künstlerinnen und Künstler übernehmen. Dies schließt ein, dass bei der Vermittlung und Betreuung die künstlerische Entwicklung der mir Anvertrauten und deren Gesundheit für Körper, Geist und Seele oberste Priorität hat. Ich werde mich dafür einsetzen, dass Produktionen oder Projekte mit in dieser oder in finanzieller Hinsicht unangemessenen Konditionen nicht vermittelt werden. Der finanzielle und zeitliche Aufwand soll in Bewerbungsverfahren so gering wie möglich gehalten werden.

Die an die Agentur zu zahlende Provision soll nur im Falle der erfolgreichen Vermittlung und nur in angemessenem Verhältnis zur Höhe des künstlerischen Honorars berechnet werden. Vorfinanzierungen durch von mir vertretene Künstlerinnen und Künstler sind daher auszuschließen.

Ich werde mich in meinem Einflussbereich für einen höflichen, respektvollen und solidarischen Umgang einsetzen und ein Klima gegenseitiger Wertschätzung und Achtung fördern. Dies schließt den Schutz von Minderheiten und die Wahrung von Chancengleichheit und Gleichbehandlung ein. Insbesondere werde ich entschlossen gegen sexuelle Übergriffe, Mobbing und Willkür vorgehen. Fürsorglichkeit, soziale Verantwortung, Transparenz und Loyalität sollen wesentliche Merkmale des angestrebten Miteinanders sein.

==============================================================================================

Und hier die „alte“ Version der Goldenen Regeln künstlerischen Schaffens (Stand Mai 2013) – damit man den Weg, den wir gehen, verstehen und mitverfolgen kann

==============================================================================================

Die Goldenen Regeln künstlerischen Schaffens (Beta-Version)

Ansätze für einen Kunst- und Kulturbetrieb von Menschen für Menschen (Kunst mit FairStand)

I. PRÄAMBEL

Kunst und Kultur sind von grundlegender Bedeutung für ein erfüllendes, selbstbestimmtes und anspruchsvolles menschliches Miteinander. Deshalb haben die meisten Nationen die Freiheit der Kunst als Grundrecht in ihre Verfassungen aufgenommen und die Pflege und Förderung der Kunst als politischen Auftrag formuliert.

Einer kritischen Überprüfung dieser gesellschaftlichen Aufgabe hält der gegenwärtige Kunst- und Kulturbetrieb in erheblichem Maße leider nicht stand. Statt die Kunst vor den Gesetzen des Marktes zu schützen, wird sie eben diesen immer stärker ausgesetzt. Die Kulturbetriebe geben den wirtschaftlichen Druck an die Kulturschaffenden weiter. Künstler erhalten immer weniger Entlohnung und geraten so immer stärker in Existenznöte.

Andererseits werden zunehmend auch moralische Missstände im Theater-, Festival-, Bühnen- und Konzertbetrieb thematisiert. Die einzelnen Skandale verdichten sich zu einem grundsätzlichen Problem. Die auf der Bühne oft vehement eingeforderten Grundwerte der Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Verantwortung und Demokratie werden in den Betrieben nicht ausreichend gelebt und umgesetzt.

Um beiden Problemfeldern in einem gemeinsamen Miteinander aller am Kunst- und Kulturbetrieb Beteiligten gerecht begegnen zu können, haben wir die folgenden Goldenen Regeln künstlerischen Schaffens aufgestellt, um so allen ein würdevolles und existenzsicherndes Arbeiten in der Darstellenden Kunst und in der Musik zu ermöglichen.

II. ALLGEMEINER TEIL

Ich erkenne diese Goldenen Regeln des künstlerischen Schaffens an und verpflichte mich, folgende Mindeststandards zu berücksichtigen und zu gewährleisten:

1. Ich halte alle gesetzlichen Grundlagen ein und achte insbesondere die Menschenrechte, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sowie das geltende Arbeits- und Tarifrecht,

2. Ich behandle alle am Produktionsprozess Beteiligten höflich und respektvoll in allen Phasen der Produktion, insbesondere

  • kämpfe ich aktiv gegen sexuelle Übergriffe und Mobbing an,
  • fördere ich ein Klima gegenseitiger Wertschätzung und Achtung,
  • trete ich entschlossen jeder Ausgrenzung, Schikane oder unfairen Umgangsformen entgegen,
  • nutze ich meine eigene Position nicht zuungunsten Dritter aus.

3. Ich halte Zusagen im Interesse gegenseitiger Verlässlichkeit verbindlich ein,

4. Ich bin solidarisch mit allen an der Produktion Beteiligten.

III. BESONDERER TEIL

A. Bestimmungen für den Künstler/die Künstlerin

Ich verpflichte mich in meinem beruflichen Leben innerhalb der Darstellenden Kunst bzw. der Musik, folgende Regeln einzuhalten:

1. Ich nehme an keinen Proben oder Aufführungen teil ohne vorherigen Abschluss eines schriftlichen Vertrages, entweder als Solist oder als Teil eines Ensembles bzw. einer Band.

2. Ich arbeite nur für eine angemessene Gage, es sei denn ich habe dafür einen einzigartigen künstlerischen, wohltätigen oder freundschaftlichen Grund.

3. Ich nutze meine Position nicht aus, um andere Mitarbeiter oder Kollegen unfair zu behandeln.

B. Bestimmungen für Intendanten, Produzenten, Veranstalterund weitere Angehörige der Leitungsebene eines Theaters, Opernhauses oder Festivals

Ich verpflichte mich als Intendant, Produzent oder Veranstalter innerhalb der Darstellenden Kunst bzw. der Musik, in meinem beruflichen Leben folgende Regeln einzuhalten:

1. Ich vergebe keine Arbeitsaufträge ohne vorherigen Abschluss eines schriftlichen Vertrages und bezahle sowohl für Proben, als auch für Auftritte angemessene Vergütungen und Spesen.

2. Ich verhalte mich allen beteiligten Künstlern sowie Mitarbeitern gegenüber fürsorglich, loyal und gerecht und bin mir meiner sozialen Verantwortung bewusst.

3. Ich schaffe ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld und lege besondere Aufmerksamkeit auf das künstlerische Kapital aller Beteiligten, deren Gesundheit für Körper, Geist und Seele.

4. Ich trage Sorge für angemessene Probe-, Aufführungs- und Unterkunftsbedingungen.

5. Ich respektiere das Recht der Mitarbeiter auf Koalitionsfreiheit. Niemandem erwachsen Nachteile an der Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft oder einem Interessenverband. Unabhängig davon ermögliche ich den Mitarbeitern stets, alle Belange direkt vorzutragen.

6. Ich minimiere den finanziellen und zeitlichen Aufwand für Künstler bereits im Bewerbungsverfahren meiner Produktion bzw. Veranstaltung und informiere sie schnellstmöglich über das Ergebnis.

C. Bestimmungen für Kulturpolitiker, Kulturbehörden, Auswahljurys, Stiftungen und Sponsoren

Ich verpflichte mich als Entscheidungsträger bei Förderentscheidungen, als Kulturpolitiker oder Kulturfunktionär innerhalb der Darstellenden Kunst bzw. der Musik, in meinem beruflichen Leben folgende Regeln einzuhalten:

1. Ich anerkenne, schütze und fördere Kunst und Kultur als Staatsziel meines Landes und achte die UN-Konvention gegen Korruption.

2. Ich verpflichte mich, innerhalb meines Wirkungskreises die Rahmenbedingungen für die Entfaltung von Kunst und Kultur zu verbessern und weiterzuentwickeln. Hierfür unterstütze ich kulturpolitische Konzepte zur Ausgestaltung des öffentlichen Kulturauftrags.

3. Ich setze Akteure in der Darstellenden Kunst und in der Musik nicht unter einen Kommerzialisierungsdruck.

4. Ich verpflichte mich innerhalb meines Wirkungskreises, Fördergelder nur bereitzustellen, wenn angemessene und gerecht aufgeteilte Gagen bezahlt werden.

5. Ich überprüfe im Rahmen meiner Möglichkeiten, ob bei den zu fördernden Projekten/Institutionen die Gesetze, insbesondere die Menschenrechte, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, sowie das Arbeits- und Tarifrecht meines Staates eingehalten werden.

D. Bestimmungen für Schulleiter und Verantwortliche an Hochschulen, Akademien und Schulen

Als Verantwortlicher in künstlerischen Ausbildungsstätten verpflichte ich mich, Verantwortung für die von mir auszubildenden Studierenden und Schüler zu übernehmen. Insbesondere bedeutet dies folgende Regeln einzuhalten:

1. Ich nehme ausschließlich Bewerber auf, die außerordentliche künstlerische und persönliche Kompetenzen mitbringen und damit reelle Chancen auf dem Arbeitsmarkt aufweisen.

2. Ich stelle Kurse, Klassen oder Jahrgänge nur in pädagogisch vertretbarer Größe zusammen und sorge für einen regelmäßig stattfindenden Unterricht.

3. Ich lasse hinsichtlich der Lehre und Leistungsanforderungen in meinem Institut regelmäßige Qualitätskontrollen von externen Fachleuten durchführen.

4. Ich biete Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrpersonal und (Hoch-)Schulleitung (z.B. Kommunikation, Führung, Konfliktlösung, Teambildung, Projektmanagement, Gender Mainstreaming) an.

5. Ich erweitere das Curriculum auf die Vermittlung von Grundlagen der beruflichen Realität (z.B. Arbeits- und Vertragsrecht, Kommunikation, Selbstmanagement, Work-Life-Balance, etc.) und unterstütze alle Maßnahmen, die es den Studenten und Schülern erleichtern, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

6. Ich wähle neues Lehrpersonal in höchstmöglicher Transparenz aus und entlohne es angemessen.

E. Bestimmungen für Agenturen, Manager & Künstlervermittlungen

Ich verpflichte mich als Agent, Manager oder Künstlervermittler innerhalb der Darstellenden Kunst bzw. der Musik, in meinem beruflichen Leben folgende Regeln einzuhalten:

1. Bei der Vermittlung und Betreuung haben oberste Priorität die Entwicklung, das Wohl und die Bedürfnisse des Künstlers.

2. Ich vermittle keine Künstler an Produktionen oder Projekte mit unangemessenen Konditionen.

3. Ich zwinge keinen mir anvertrauten Künstler zu einem Engagement, das er nicht annehmen möchte.

4. Ich verlange grundsätzlich keine Vorfinanzierungen durch Künstler. Das gilt insbesondere für Kosten, die im Bewerbungsverfahren entstehen.

5. Ich berechne nur angemessene Verwaltungsprovisionen und nur bei jeweiliger erfolgreicher Vermittlung.

6. Ich verlange bei einer erfolgreichen Vermittlung in ein Arbeitsverhältnis bis zu 7 Tagen nicht mehr als 18% Provision, bei einer Vermittlung mit einer Dauer von mehr als zwölf Monaten nicht mehr als 14% Provision (jeweils einschließlich der auf sie entfallenden Umsatzsteuer).

7. Ich minimiere den finanziellen und zeitlichen Aufwand für Künstler bereits im Bewerbungsverfahren und informiere sie schnellstmöglich über deren Ausgang.

27 Thoughts on “Die art but fair-Selbstverpflichtung

  1. Hallo, bin Intendant am einzigen Landkreistheater Deutschlands in Eggenfelden. Danke für Euren Einsatz. Wir tun, trotz niedriger Subventionen unser moglichstes….Glg

  2. Danke für diese Initiative! Sie war überfällig. Es vergeht keine Woche, in der wir Sänger/Schauspieler nicht Diskussionen zu diesem Thema führen – schon allein weil ständig diese Angebote auftauchen nach dem Motto ‚keine Gage, aber lecker Catering‘. Ihr habt meine volle Unterstützung!
    Nirit

  3. Als lyrischer Sopran weiss ich genau, was in Euren Belangen angesprochen wird. Aus diesem Grund organisiere ich nur mehr eigene Projekte, um mit der Kunstszenenmafia nichts mehr zu tun zu haben. Möchte mich gerne aktiv beteiligen und in meinen Projekten das Anliegen nach einer fairen Behandlung von Musikern bekanntzumachen.

    Bitte um Kontaktaufnahme,

    Katja

  4. Reinmar von Zweter on Dienstag, 7. Mai 2013 at 09:18 said:

    Ich bin sehr begeistert von ihrer Initiative, die nun endlich einmal an der Zeit ist.
    Das System lahmt an allen Ecken und Enden, beginnend mit dem praxisfernen Ausbildungsangebot deutscher Hochschule, welche sich selber mehr feiern (positive Ausnahmen ausgeschlossen!) anstatt die“Realität“ an Studierende weiterzugeben.

    Herr Fenner, der hier ja auch zum Team gehört, sollte jedoch, wenn dies rechtlich möglich ist, mehr Einfluss beim Angebot auf seiner Seite Theaterjobs nehmen. Dort werden zum Teil Angebote offeriert, die an Dreistigkeit kaum zu überbieten sind. Vor allem von Veranstaltern aus dem Bereich „Kammeroper / Oper in Kammerfassung etc.“ wird gerne mal unter dem Bereich „Förderung“ der Nachwuchs billig eingekauft. Selbstverständlich regelt das Angebot die Nachfrage und es findet sich leider immer jemand der einen Belmonte in irgendeiner Fassung für 100 Euro singen wird. Unterstützung sollte so ein Angebot, meiner Meinung nach, nicht erfahren! Ansonsten empfinde ich „Theaterjobs“ als großartiges Portal.

    • Ich möchte Ihnen zustimmen. Sören Fenner und Team leistet großartige Arbeit, durch seine Tätigkeit sind bereits 1000de „KunstarbeiterInnen“ in Jobs gekommen. Mein Hinweis oder Wunsch an ihn wäre ebenfalls, alle Angebote, welche Profis für Amateurgagen engagieren wollen ( Kammer-Veranstalter sind nur ein Beispiel ) bitte gar nicht erst zur Veröffentlichung annehmen!!!! Wer soll sich denn darauf ernsthaft bewerben- es nützt auch Absolventen nichts, sich nach dem Studium gleich auf ein 100 Euro Niveau zu begeben- so ist kein vernünftiger professioneller Berufsstart möglich. Für Berufserfahrene sollten sich solche Angebote von selbst verbieten. Es sei denn, die Künstler sind „sponsored by Daddy oder Partner“.Also nochmal: bitte bitte keine unterirdischen Angebote oder 7,50 Euro/h Jobs veröffentlichen. Theaterjosb ist ja nicht zur Veröffentlichung verpflichtet und nützt damit auch niemandem wirklich. Sollen sie sich doch selbst um die Suche von Bewerbern kümmern. Das wärs schon. Dank und Gruß

  5. … seit langem warte ich auf solch eine Initiative … stand mit meinen Gedanken alleine und habe gewartet und gehofft … ich bin dabei …

  6. Lars Becker on Mittwoch, 8. Mai 2013 at 19:45 said:

    Hallo Ihr art but fair’er,

    ich bin angestellter Cellist eines Orchesters in Rheinland-Pfalz und verfolge eure Initiative schon seit längerem. Toll, dass es euch gibt und dass ihr mit Goldenen Regeln eine Art Anstands-Standard einführen wollt. Aber paßt bitte auf, dass ihr euren Regeln nicht durch ungeschickte Formulierungen oder uneinheitliches Sprachniveau selbst entwertet.
    Die Präambel aber ist wirklich klasse geschrieben. Das hat sowohl im Inhalt, als auch im Stil Hand und Fuß. Der Rest dagegen fällt doch deutlich im Niveau ab, wenn ich das so offen sagen darf. Warum setzt ihr nicht den guten Stil der Präambel im weiteren Textverlauf fort? Die Gliederung in allgemeinen und besonderen Teil finde ich dann wieder sehr gelungen und durchdacht. Alles Gute Euch!

  7. Hallo Ihr, die ihr euch so für uns alle einsetzt! Danke schon einmal.
    Ist schon angedacht auch Pädagogen mit einzubeziehen?
    „Als Musikpädagoge mit Hochschulabschluss unterrichte ich nicht für weniger als…“
    Da gibt es ja auch sehr viel Lohndumping – vor allem durch Unwissenheit und fehlenden Mut für sich einzustehen.
    TOI, TOI, TOI!

    • Sehr gute Idee, Juliane!

      Beispiel: die „ach so tolle“ deutschlandweite Music Academy….30 min> 7,50 EUR! ( plus Knebelverträge…)
      Ich habe auch schon noch Schlimmeres aus Berlin gehört.

      Lieben Gruß und WEITER SO!

  8. Vielen, vielen Dank für diese Initiative! Ich unterstütze sie in vollem Maße. Als solistischer Sänger, der früh angefangen hat, professionell zu singen, prangere ich vor allem die Verantwortungslosigkeit zu vieler Dirigenten, Intendanten und Agenturen gegenüber den Stimmen der einzelnen Sänger an. Ohne Rücksicht auf die Stimme soll man Engagements oder Partien übernehmen, denen man gerade als junger Sänger noch nicht gewachsen ist. Wenn man dann Bedenken äußert, fliegt man schnell aus dem System raus. Früher wurden Sänger auch nach dem Studium weiter aufgebaut, mit Partien gefüttert, an denen sie wachsen konnten und nicht überfordert.
    Über den zweiten Punkt muss man eigentlich nicht mehr diskutieren- das Finanzielle. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht, ob man Theater- oder Konzertgagen nimmt, bei denen der Aufwand gegenüber der Gage nicht mehr zu rechtfertigen ist. Dabei sind es oft nicht die künstlerischen Verantwortlichen (Intendanten, Konzertveranstalter, etc.), sondern die Politik dahinter, die das Geld verteilt. Die Politiker müssen sich entscheiden, wie weit unsere Kulturlandschaft verarmen soll. Denn in den nächsten Jahrzehnten bleibt nicht mehr viel übrig, wenn es so weiter geht!

  9. Carsten Tupaika on Montag, 3. Juni 2013 at 14:49 said:

    Den Gedanken als prof. Musiker einer Zunft anzugehören finde ich gut.
    Dem entsprechend sollten sich die Künstler auch verhalten, was sie aber nicht tun.
    Die Trompeter hatten das schon einmal. (J.E. Altenburg: Versuch einer Anleitung…/1795)
    Die Probleme waren dann aber immer wiederkehrend ähnlich.

    Weiterhin befürworte ich wieder eine „Muggen-Pappe“ wie zu DDR-Zeiten.
    Nicht weil ich dieser Zeit nachjammere, sondern eine gezielte Sondierung würde
    die Qualität steigern und helfen die Gagen zu korrigieren.
    Das Publikum wird es uns danken.

  10. Auch ich begrüße diese Initiative! Als freie Musikerin beobachte ich schon lange den Preisverfall der Gagen und Einschränkungen des Konzertbetriebs. Besonders Kammermusik wird weit unter einem hierzulande diskutierten Midestlohn bezahlt. Da es immer weniger Veranstalter gibt, sinken hier die Honorare oft auf das Niveau einer Aufwandsentschädigung.
    Ich möchte mich auch Juliane anschließen und darauf hinweisen, dass im Bereich der Musikpädagogik einiges aufzuholen ist. Honorarverträge, die die Musikschule zu (fast) nichts verpflichten, die Lehrkraft aber durch ein regionales Vorrecht an die Schule binden, dürften nicht den guten Sitten entsprechen.

  11. Annette Dorothea Weber on Donnerstag, 6. Juni 2013 at 12:18 said:

    Ich bin freie Regisseurin und habe von dieser Initiative aus der ZEIT erfahren. Ich bin froh darüber, schließe mich auch den goldenen Regeln, die schon länger auch die meinen sind, an. ich möchte aber ergänzen, dass auch Regisseure oder Ausstatter oft am Rande des Existenzminimums leben. Entweder arbeiten sie zusätzlich in Cafés oder Kneipen, arbeiten theaterpädagogisch, oder sie haben sogar genug, mehr oder weniger schlecht bezahlte, Aufträge am Theater, dann arbeiten sie so viel dass sie am Rand des burn outs sind. Und wenn Regisseure oder Choreografen dann endlich einen Umsatz knapp unter 18 000 Euro im Jahr – Umsatz – nicht Gewinn – haben, müssen sie zusätzlich Umsatzsteuer bezahlen, die ihnen laut Verträge (im Gegensatz zu Handwerkern), nicht von den Theatern erstattet werden!!! Das ist gegenüber anderen Selbsständigen äußerst unfair!!! Und wird immernoch nicht verändert, nicht seitens der Theater und nicht von staatlicher Seite!

    • endlich werden auch andere Kollegen Aufmerksam das man gemeinsam etwas verändern muß! Als freie Szenografin und Designerin kann ich die Aussage von D. Weber nur bestätigen. Seit Jahren trete ich aktiv ein um fair bezahlte Honorare in der freien Marktwirtschaft zu etablieren und sage jeden Kollegen keine Leistung ohne Gegenleistung. Leider leiden wir da alle noch auf alten Historienprinzipien herum und lassen uns aus der Not heraus verleiten , in der Hoffnung im Anschluss einen guten Vertrag zu erhalten. Jeder Mensch hat ein recht seine Begabung auszuführen und zu managen. Seid fordernd, alle anderen Institutionen erwarten es von Kreativen.
      Kulturinstitutionen haben sich verändert, somit auch unsere Position in der freien marktwirtschaft,das sollte man mit einbeziehen im täglichen Umgang der erforderlichen Leistungserwartungen. Auch in anderen Designberufen sind tiefe Einbußungen in den letzten Jahren entstanden, es sind zum Teil sehr große Gehaltsspannen und unfaire Leistungserwartungen entstanden. Verbesserung ist angesagt.Sehr gerne stehe zum Ausstausch bereit.

      • Liebe Ilona,
        Freie Berufe haben keine Tarifordnung, es gibt aber bei den meisten Künstlervereinigungen /eventuell auch bei Verwertungsgesellschaften Honorar/Tarif-Kalkulations Richtlinien. Z.B. hat die Berufsvereinigung Bildender Künstler/Österreichs vor Jahren eine solche Richtlinie herausgebracht . Sie basiert auf der Kombination von einerseits der Werkgröße/des Werkumfangs (Maße,Arbeitsstunden,Investitionen …also messbare Parameter) mal Marktwert des Künstlers,der Künstlerin (Punktesystem von 1 bis unendlich) Dazu muß die gesetzl.MWST gerechnet werden. Alle Kreativen sollten bitte so „mutig“ sein immer ihr zu verkaufendes Werk VOLL zu kalkulieren. Weiters muss gekämpft werden um faire Tantiemen über ALLE VERTRIEBS-UND VERBREITUNGSKANÄLE inkl. Internet!!! LG Marianne

    • sebastian hannak on Montag, 11. November 2013 at 21:27 said:

      achtung: regisseure und choreografen zahlen keine umsatzsteuer mehr! ggf nix neues. seit juni 13
      http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=8237&catid=126&Itemid=115
      bühnenbildner und kostümbildner hingegen schon.

  12. Als Absolventin der „Angewandten/Wien“ -damals noch Akademie – habe ich leidvoll erfahren ,daß im Ausbildungsbereich bereits die Kunstsparten eifersüchtig getrennt werden. „Multitalente“ sollten in der Ausbildung unterstützt werden ,denn die Kunstsparten fließen ineinander. Weiters sollte finanztechnisch die Möglichkeit geschaffen werden ,dass Kosten aus der Kunstarbeit (die Erarbeitung des Werkes ist das Ziel,nicht die Vermarktung!!!)als Ausgaben vom eigenen Brotberuf steuerlich voll absetzbar sind. Z.Zt. gilt steuerlich ,daß bei zu geringem „Umsatz“ ( !!!)die künstlerische Arbeit zur „Liebhaberei“ -also in den Bereich des Hobbys -abgestuft wird.
    LG Marianne Figl

  13. Dr. Gisela Hagenau on Dienstag, 6. August 2013 at 20:52 said:

    Der FV der Musikschule Düren bemüht sich seit Jahren um eine positive Veränderung der prekären Arbeitsverhältnisse der Honorarlehrer an Musikschulen, bisher ohne Erfolg. Die Initiative findet deshalb meine volle Unterstützung, weil dadurch eine weitaus größerer Öffentlichkeit entsteht.

  14. Bitte könnt ihr diese Regeln auch Film und TV ausweiten? Da gibt es dringenden Handlungsbedarf!

  15. Als langjähriger Profi im Entertainment-Bereich (Artistik, Moderation & Co.) kann/muss ich die hier bzw. die auf der beigefügten Facebook-Seite geschilderten Erfahrungen leider auch für unsere Branche bestätigen… Es ist z.T. erschreckend, welche Arbeitsbedingungen geboten werden… Die Aktion „artbutfair“ war m.E. überfällig und mein Dank geht an alle Künstler und Kollegen, die den Mut hatten und haben, etwas ändern zu wollen und die sich dem Gegenwind zum Trotz positionieren. Ich wünsche mir und uns, das „artbutfair“ eine umfassende Bewegung wird, die alle Spielarten professionell tätiger Kunst/Kultur/Unterhaltung etc. umfasst und vertritt!

  16. Hallo zusammen,
    grundsätzlich ist das ein guter Anfang, denn wie schon aus etlichen Zuschriften vor mir ersichtlich ist, kann es nur ein Anfang sein. Denn die in den Regeln angesprochenen Missstände gelten analog einfach für alle Kunst-Genres. Ein Land, das seine Kultur ausverkauft – und Künstler sind nun mal die wesentlichen Träger derselben -, schafft sich selber ab. Ich möchte als Instrumentallehrer nicht mehr begründen müssen, warum ich das Recht habe, anständig zu verdienen. Ich möchte als Chansonier eine Festgage verlangen dürfen, ohne Angst haben zu müssen, abgelehnt zu werden (wir reden da noch gar nicht über die Höhe). Ich möchte, dass meine Lebenspartnerin als Malerin faite Preise für ihre Bilder bekommt. Nur von guter Kritik allein lebt sich’s schlecht. Aber wem erzähle ich das hier. Daher muss dieser gute Anfang Resonanz auch in anderen Sparten finden. Nur wer schreit, wird gehört in Zeiten, in denen das Ächzen des Dachgebälks alles andere zu übertönen droht.
    Viele Grüße – und herzlichen Dank für das Engagement!

  17. Schöne Initiative!

    Wichtig wäre aber dann eine Liste die die „angemessenen Bezahlungen, etc.“ klar definiert.

    Die von Euch verfassten Angaben zu Prozentsätzen für Agenturen kann aber sicher kaum eine Agentur
    einhalten, auch hier muß man fair sein. Das ist viel Arbeit Kunst zu verkaufen.
    (nein, wir sind keine Agentur 😉

  18. Lutz Bürger on Sonntag, 15. September 2013 at 10:50 said:

    Was ich in den Regeln Vermisse ist die wirksame(!) Ächtung geheimer Absprachen und geheimer Organisationsstrukturen – sowohl innerhalb der künstlerischen Gewerke, als auch an den Schnittstellen zwischen Kunst und Politik . Ohne diese, dürfte alles andere Makulatur sein, denn es wird so weitergehen wie bisher: Mittels merkwürdiger „Zufälle“, bedauerlicher „Versehen“, „Nichterreichbarkeit“, „anderer Konzeption“, inttransparenter Personalentscheidungen bei der Besetzung von Intendantenposten, Kapellmeisterstellen, Direktionen, Kulturministerien, Redaktionen usw.
    Kultur ist ganzheitlich!
    Es ist unmöglich, die Krankheitsymptome zu kurieren, ohne die Krankheit selber ins Auge zu fassen: Eine alles pervertierende Demagokratie.

    Lutz Bürger
    Dipl. Dirigent, Spielmann, Satiriker, Notwehrjournalist

  19. Maximilian Löwenstein on Dienstag, 24. September 2013 at 08:41 said:

    Es freut mich sehr zu sehen, dass ein in der künstlerischen Arbeit permanent mit Füßen getretener Wert wie Solidarität endlich ein Mal hochgehalten wird. Ich habe in meinem Umfeld derartig viele Fälle an Mobbing erlebt, dass ich der Initiative nur alles Gute wünschen kann. Eine Professionalisierung des gesamten Produktionsbereich fürs Gute, Wahre und Schöne tut dringend not, wenn die Bühnen eine wirkliche Autorität reklamieren wollen im öffentlichen Diskurs. Momentan wird Heinemanns Diktum vom ausgestreckten Zeigefinger nicht im Geringsten ernst und wahrgenommen.
    Bühnenverantwortliche tut was, bevor ihr weiter von uninspirierten Kulturpolitikern delegitimiert werdet. Es geht nicht nur um die gute „show“/“Inszenierung“… die alles andere überstrahlt, sondern um ein Ankommen im 21. Jahrhundert. Der Gestus der Entscheider ist leider noch dem 19. Jahrhundert zuzuordnen und produziert im Übrigen auch keine allzu spannende Kunst im Durchschnitt.

  20. Hubertus Stelzer on Dienstag, 22. Oktober 2013 at 06:31 said:

    Mit großem Respekt beobachte ich als Besucher von Theater und Oper die Initiative „art but fair“. Ihr Engagement für eine angemessene, nicht nur in finanzieller Hinsicht, Behandlung von Künstlern spricht mir aus dem Herzen. Vielen Dank auch Edita Gruberova für ihre deutlichen Worte!
    Viel Erfolg!

  21. RICHARD GRUBER on Donnerstag, 7. November 2013 at 18:35 said:

    In Bayern 2 habe ich von art but fair gehört und unterstütze die Anliegen aus ganzem Herzen und jahrelanger Erfahrung. Aus der Statistik der KSK ersieht man die wirtschaftlich verheerende Lage 2013 nahezu aller freischaffenden KünstlerInnen. Musik (12326 Euro/Jahr), Schauspiel (13766 Euro/Jahr) und bildende Kunst (14192 Euro/Jahr)sitzen alle in einem Boot, Dieses Boot hat so viele Löcher, man ist ständig am Schöpfen und Untergehen droht nicht nur ständig , sondern ist für viele, vor allem Frauen die Realität: Ausschluss aus der KSK oder Berufsaufgabe durch zu niederes Einkommen.
    Wir haben keine Lobby, wir müssten eigentlich auf die Strasse gehen und auf unsere Lage aufmerksam machen durch Protest, Museumsbesetzung, Aufführungsstörung etc. Ich habe über Jahre viele Vorschläge zur Verbesserung unserer ideellen und materiellen Situation an Presse, Medien, Politik, Gemeinden, Institutionen gerichtet, es war nahezu erfolglos. Für die eigene Gruppe zu werben funktioniert nur selten. Vielleicht schaffen wir es ja zusammen , alle Freischaffenden Künstlerinnen und Künstler, mit art but fair unsere Situation zu verbessern! Ich bin dabei.
    Richard Gruber Bildhauer

  22. Lutz Bürger on Sonntag, 2. März 2014 at 01:45 said:

    @Richard Gruber:

    „Aufführungsstörung“ ist der falsche weg und folgt der Logik von Selbstmördern: Schadetmir garnichts, wenn ihc mir die Hände erfriere – warum kauft mir meine mutter auch keine Handschuhe! 😉

    Politikstörung! Bankenstörung! Medienstörung! Urlaubsstörung für Reiche, die ihtre Hausaufgaben nicht machen! Vor allem aber Störung der rüstungsindustrie und der Kriegstreiber, der GEAM die das Geld massehnhagft ins ausland abfluießen läßt, Störung der Rundfunkindentanten und Programmdirektoren, die fast nur nioch ausländische titel senden, während im ausland kaum mal ein deutscher Titel zu hören ist – ich war lange in Emigration und weiß wovon ich rede: außer der verquasten Propaganda der Deutschen welle ist schon wenige hundert Kilometer außerhalb der deutschen Grenze kaum noch ein deutschens wort im Äther zu hören, weährend man innnerhalb der deutschen Grenzen froh sein kann, wenn wenigstens noch die Nachrichten und der wetterbericht in deutscher Sprache gesendet werden!

    Die Aufführungen, Ausstellungen und Lesungen sollte man – wenn überhaupt – als letztes stören!
    Lassen Sie es mich mit dem allzu jung im Exil verstorbenen Georg Büchner sagen:

    „Friede den Hütten, Krieg den Palästen!“

    Lutz Bürger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *