Über den Tellerrand

Bedrohte KünstlerInnen weltweit

Seit Jahren schon kämpft art but fair für gerechte Arbeitsbedingungen der Künstler in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und dies mit großem Engagement und wachsendem Erfolg: Die problematische Situation wird in Politik, Medien, Öffentlichkeit mittlerweile breit wahrgenommen und diskutiert – und es wird an der Verbesserung gearbeitet.

Doch sollten wir darüber nicht die erschreckenden gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen an vielen Orten dieser Welt aus den Augen verlieren, nicht übersehen, wie gefährlich sie sich auf die Situation vieler Künstlerinnen und Künstler auswirken: Sie werden nicht nur an der Ausübung ihres Berufs gehindert, sondern sind ganz konkreten Bedrohungen ausgesetzt, politischen Repressalien bis hin zu Bedrohungen für Leib und Leben. Sogar in einigen europäischen Ländern verschärft sich die Lage.

Die Generalversammlung des ITI-Weltverbandes (Internationales Theater Institut) hat im Juli auf dem Weltkongress in Segovia (Spanien) beschlossen, einen UNESCO-Aktionsplan für bedrohte Künstlerinnen und Künstler auf den Weg zu bringen. Die Initiative ging maßgeblich vom deutschen Zentrum des ITI aus: „Angesichts von zunehmender Bedrohung und Verfolgung, denen Künstler weltweit ausgesetzt sind, ist ein solcher Aktionsplan überfällig,“ erklärt ITI-Direktor Thomas Engel. Zwar steht nun, so Engel, ein „komplizierter Abstimmungsprozess“ unter den UNESCO-Mitgliedern bevor (zu denen das ITI zählt), doch zumindest ist ein erster Schritt gemacht. Die Forderung finden Sie hier.

Ebenso hat der Weltkongress beschlossen, dass das ITI sich wegen der Visasituation für KünstlerInnen aus außereuropäischen Ländern an das Europa-Parlament wenden wird. Auch hier stoßen Gruppen, Theater und Festivals, die internationale KünstlerInnen einladen wollen, immer wieder an Grenzen.

 

2 Thoughts on “Über den Tellerrand

  1. Maria Tselegidis-Reiner on Freitag, 26. Oktober 2018 at 13:26 said:

    Hallo, Art but fair – Team,
    Mein Name ist Maria Tselegidis- Reiner, bzw. mit Künstlername: Maria Amiradis.

    Ich freue mich sehr, über die Initiative Art but fair!!
    – ich bin auf Eure Seite über die Initiative von Elisabeth Kulman gekommen, die sich gegen den sexuellen Mißbrauch in Erl einsetzt- super! Ich hatte auch davon schon über eine Kollegin, die dort tätig war gehört. Endlich macht jemand – nämlich Frau Kulman- den Mund auf!

    Ich möchte etwas dazu anregen, und ich würde mich über ein Feedback sehr freuen. :

    Ich habe auch schon länger darüber nachgedacht, und nach Ansätzen gesucht, dieses Thema mehr publik zu machen, bzw. darüber nachgedacht, wie für Betroffene Hilfs- Strukturen aufgebaut werden könnten.

    Ich selber bin klassische Sängerin und habe in den vergangen 30 Jahren immer wieder von Mißbrauchsfällen in meinem beruflichen Umfeld gehört, bzw. sie auch selber, damals noch als Musikstudentin der Musikhochschule Stuttgart, erlebt.
    Orginalton des Täters, Dirigent : “ Maria, ich weis, nicht, ob Du als Sängerin, es dir erlauben kannst, heute abend bis 21.30 Uhr nicht zu mir nach Hause zu kommen!“

    Eines ist mir persönlich klar geworden:

    Ein Solist , Solistin gerade im klassischen Musikgeschäft ist ein“ Solitär “ und damit völlig ungeschützt!! Er steht unter dem Druck schön und jung und erfolgreich zu sein… und ist dabei meist allein.

    Weder gibt es bislang eine gute Vernetzung unter Solisten
    ( z.B. Informationen von Gagenhöhen, so dass Mann / Frau besser verhandeln kann, oder zum Thema sexuellen Mißbrauch !),
    und schon gar nicht eine Hilfestellung in irgendeiner Weise, wie mit den Themen, so sie auftauchen, umzugehen wäre.
    Es ist wie eine seltsame Stille um einen Solisten herum, da sich kaum keiner traut, diese Themen unter Kollegen zu offenbaren. Zumindest habe ich das so erlebt…

    Ein Solist ist trotz Glanz und Gloria eigentlich der „Arsch der Oper“- kraß gesagt. Weil er meist beruflich alleine dasteht- Jeder Chorist, Orchestermitglied, oder sonstiger Theatermitarbeiter hat eine Lobby, einen Vorstand, eine arbeitsrechtliche Verstärkung, an die er sich wenden kann-
    und was macht der Solist,v.a. die Freiberufler, in seiner immerwährenden Angst, keine Verlängerung seines Vertrages oder eine Wiedereinladung zur nächsten Spielzeit zu bekommen?!
    Er/ Sie schweigt…

    Ich fände eine Telefon- Hotline für Fälle von sexuellem Mißbrauch für Solistinnen und Solisten, und für die, die es werden wollen- die Studenten der Musikschulen, Hochschulen, oder auch im privaten Unterricht,
    für höchste Zeit- so eine Art rotes Telefon.

    Jeder Student/in & jeder Solist/in sollte flächendeckend so eine Telefon Nr- Info erhalten, gleich zu Anfang des Studiums- um sich – annonym – mitzuteilen zu können. Auch eine Information dazu sollte dann an jedem schwarzen Brett in den Theater hängen. Gut sichtbar…

    Dazu wäre es unabdingbar, junge (und meist ja auch schönen) Solitsten/innen über die Möglichkeit eines sexuellen Mißbrauchs aufzuklären- und sie für die Möglichkeit mit klaren Informationen zu rüsten.- verpflichtend an allen Lehrinstituten-

    Das wäre ein erster Anfang!

    …und für Betroffene, eine erste Möglichkeit, sich aus der Enge der Situation heraus, zu befreien.

    Dazu bräuchte es aber auch einen Maßnahmen Katalog, was tun, im Falle das? Gibt es das schon?
    Den zu erarbeiten ( inclusive rechtlicher Mittel, Beweissammlung, therapeutischer Unterstützung..etc.) wäre
    eine gute Aufgabe für ein Gremium.

    Auch fände ich es relevant, persönliche -auch anonyme -Fälle von Mißbrauch von Betroffenen zu sammeln, um das Ausmaß, das, wie ich glaube, bislang in einer hohen Dunkelziffer verschwindet, sichtbar werden zu lassen.

    Gehör finden- sich befreien von Scham und Unsicherheit- das Schweigen brechen, und die schreckliche Realität mit einem anderen Menschen teilen, wäre ja schon eine unschätzbare Hilfe- und Erleichterung.

    Ich glaube, fast jede Sängerin kann auf verschiedene Weise ein Lied davon singen!

    Ich würde gerne dabei helfen.
    Vielleicht gebt Ihr mir, wie schon erwähnt, ein Feedback zu meinen Anregungen? Wenn ich helfen, mich einbringen kann, stehe ich gerne zur Verfügung.

    Ich habe eine zusätzliche Ausbildung zur Atem- Hypnose und Musiktherapeutin gemacht, und werde 2019 den HP Psychotherapie absolvieren.

    mit vielen Grüßen, und weiter viel Erfolg für den Verein!
    Maria Tselegidis- Reiner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation